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Salisstraße 5-15

Fakten

Salisstraße 5-15

Salisstraße 5-15, 1140 Wien

Baujahr: 1974-1976

Wohnungen: 112

Architekt: Kurt Neugebauer, Friedrich (Fritz) Grünberger

Weitere Adressen

Pachmanngasse 30, 1140 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Die Wohnhausanlage liegt gegenüber dem ehemaligen Kaiser-Franz-Joseph-Landwehrkrankenhaus, das heute ein Altersheim ist. Sie wurde auf mehreren Parzellen, die seit Beginn der Verbauung dieses Gebietes brachlagen, zwischen Salisstraße und Pachmanngasse errichtet.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage liegt auf einem abfallenden Gelände und besteht aus fünf zusammenhängenden, in Randbebauung errichteten, fünfgeschoßigen Wohnblöcken. Die Baublöcke sind der Höhe nach gestaffelt und werden durch über vier Geschoße reichende Erker und zweiachsig vortretende Fassadenabschnitte lebendig gegliedert. Ein quer dazu angeordnetes, neungeschoßiges Hochhaus, das die höhen- und flächenmäßige Staffelung der Bebauung betont, durchbricht die Häuserzeile. An dieser Stelle öffnet sich die geschlossene Sockelgeschoßzone zum Erschließungsgeschoß, das die Straßen und Stiegenhäuser miteinander verbindet. Der streng blockhafte Eindruck des "Wohnturms" wird durch die vor- und zurückspringende Fassade sowie die vertikalen Achsen der Loggien abgeschwächt. Fassadenelemente wie die Loggienbrüstungen aus strukturierten Betonplatten sowie die farbliche Differenzierung zwischen den einzelnen Fassadenabschnitten lockern die Fassaden auf.

... und die Kunst

An der Ecke Salisstraße/Heinrich-Collin-Straße befindet sich eine abstrakte Steinskulptur mit dem Titel "Expandierend" von Herbert Wasenegger.

Der Name

Die Wohnhausanlage liegt in der nach Rudolf Graf Salis-Zizers (1779-1840) benannten Straße. Rudolf Graf Salis-Zizers war Feldmarschallleutnant in den Napoleonischen Kriegen (1809).
Die Pachmanngasse erinnert an Johann von Pachmann (1804-1888), der von 1881 bis 1884 Bürgermeister von Baumgarten war.

Architekten

Kurt Neugebauer - Kurt Neugebauer (geb. 1926) studierte ab 1948 bei Lois Welzenbacher an der Akademie der bildenden Künste Wien. Für die Gemeinde Wien war er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften an der Errichtung mehrerer großer Wohnhausanlagen beteiligt, wie etwa der Anlagen Salisstraße 5-15 in Wien 14 (1974-1976) und Aribogasse 28 in Wien 22 (1963).

Friedrich (Fritz) Grünberger - Friedrich Grünberger (1921-2007) studierte von 1939 bis 1941 an der Akademie der bildenden Künste Wien und besuchte 1946/47 die Meisterklasse von Lois Welzenbacher. 1950 erhielt er die Baumeisterkonzession und war ab 1954 als freischaffender Architekt mit Büros in Wien und Düsseldorf tätig, wobei er sich zunächst vor allem dem sozialen Wohnbau widmete. Mit dem Bau des Alpenbades in Gloggnitz machte er sich einen Namen als Bäderspezialist. In der Folge errichtete er bis in die 1980er-Jahre fast alle modernen Hallen- und Freibäder in Wien, darunter das Hallen- und Freibad im Bundessportzentrum Südstadt und das Kurmittelhaus in Wien-Oberlaa.

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