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Breitenseer Straße 68-74

Fakten

Breitenseer Straße 68-74

Breitenseer Straße 68-74, 1140 Wien

Baujahr: 1957-1959

Wohnungen: 94

Architekt: Heinrich Benedikt, Hermann Aichinger

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Wohnanlage liegt in der Nähe des alten Ortskerns von Breitensee um den Laurentiusplatz, wo sich auch der 1873 zugeschüttete Angerteich, der "Praitten See", befand, der dem Bezirksteil den Namen gab. Die Anlage entstand auf fünf Grundstücken, auf denen sich vorher meist ebenerdige Häuser befanden, wie sie in den Wiener Vororten üblich waren. Bereits 1911 erwarb die Gemeinde Wien einige Liegenschaften.

Die Architektur

Die Wohnanlage besteht aus einem Straßentrakt, der sich mit seinen fünf Geschoßen der städtischen Bebauung anpasst, sowie zwei dreigeschoßigen Häuserzeilen im hinteren Grundstücksbereich, die locker im Gartenhof angeordnet sind. Typisch für die Wohnhausarchitektur der späten 1950er-Jahre sind die schlichten Baukörper und die durch einfache gestalterische Mittel differenzierten und rhythmisierten Fassaden. Gestaltungsmittel der regelmäßig gegliederten Fassaden bilden der farbige Verputz sowie die Anordnung der Fenster und Balkone. Einfache Details wie die Kunststeinrahmen der Wohnzimmerfenster oder die Rahmungen der Hofdurchgänge setzen Akzente. Auffallend ist die vertikale Gliederung der Straßenfassade mit ihren leicht vor und zurück springenden Fassadenabschnitten und den scheinbar an den pylonartigen, senkrechten Trennwänden hängenden Balkonen.

... und die Kunst

Von Eduard Robitschko stammen die freistehenden Betonwände mit figürlichen Mosaiken aus 1958/59. Mit dem Titel "Lebensrhythmus" stellen sie verschiedene Lebensphasen und -situationen dar.

Der Name

Die seit 1894 so benannte Breitenseer Straße erinnert an den alten Vorortnamen dieses Teils des 14. Bezirkes. Früher hieß die Straße auf Höhe der Wohnanlage Hauptstraße.

Sanierung

von 2001 bis 2002

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2001 und 2002 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Heinrich Benedikt - Heinrich Benedikt (1918-1997) studierte zunächst 1938 und 1939 Malerei an der Wiener Kunstgewerbeschule und erst von 1942 bis 1946 Architektur bei Franz Schuster. Zusammen mit Hermann Aichinger entwarf er die Wohnhausanlagen Breitenseer Straße 68-74 in Wien 14 (1957-1959) und Neilreichgasse 95-99 in Wien 10 (zusammen mit Lucia Aichinger, 1960-1962). Außerdem war Benedikt an der Errichtung des Theodor-Körner-Hofes in Wien 5 (Margaretengürtel 68-74, 1951-1955) beteiligt.

Hermann Aichinger - Hermann Aichinger (1885-1962) studierte - ebenso wie sein späterer Arbeitskollege Heinrich Schmid - an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Otto Wagner. Das 1912 gegründete Architekturbüro Schmid & Aichinger war das meistbeschäftigte des Wohnbauprogramms des "Roten Wien". Auch in den späten 1930er- und in den 1940er-Jahren erhielt das Büro noch prestigeträchtige Aufträge. In dieser Zeit entstanden unter anderem das Wohn- und Geschäftshaus "Bärenmühle" (Wien 4, Operngasse 18-20) und das RAVAG-Gebäude (Wien 4, Argentinierstraße 30a; gemeinsam mit Clemens Holzmeister).

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