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Trogergasse 3

Fakten

Trogergasse 3

Trogergasse 3, 1140 Wien

Baujahr: 1887

Wohnungen: 17

Architekt: Carl Hinträger

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Das heutige Wohnhaus wurde im Jahr 1887 als städtische Volksschule für Mädchen und Knaben geplant und errichtet. Erst 1937 wurde das Schulgebäude zu einem Wohnhaus umgebaut. Auf die ehemalige Funktion des Gebäudes deutet heute noch der zweiachsige Mittelrisalit mit dem Eingangstor hin: Ursprünglich befand sich in jeder Achse ein Eingang, einer für Mädchen und einer für Knaben.

Die Architektur

Die Architektur des 19. Jahrhunderts orientierte sich an den Baustilen der Vergangenheit. Dieser Wohnbau ist im Renaissancestil errichtet. Die symmetrisch aufgebaute Straßenfassade weist alle Merkmale dieser Epoche auf: Die drei Geschoße sind durch Gesimse voneinander getrennt und unterschiedlich aufgebaut. Das genutete Erdgeschoß ist durch aufgesetzte Polsterquadersteine aus Putz sowie gebänderte Fensterrahmungen in den Details sorgfältig ausgearbeitet. Die Fensterrahmungen setzen besondere Akzente an den glatt verputzten Wandflächen der Obergeschoße, ein kräftiges Kranzgesims schließt die Fassade ab. Die Fassadenmitte präsentiert sich mit einem leicht vortretenden, zweiachsigen Risaliten und wird durch das Eingangstor, Pilastergliederung, Attika und ein steiles Dach besonders betont. Die Gartenfassade hingegen ist nur durch die regelmäßig angeordneten Fenster und Geschoßgesimse gegliedert.

Der Name

Das Wohnhaus steht in der seit 1894 nach dem bedeutenden Barockmaler Paul Troger (1698-1762) benannten Gasse. Troger schuf zahlreiche Altarbilder und Deckenfresken, u.a. für die Schönbrunner Schlosskapelle sowie für das Stift Altenburg in Niederösterreich. Davor hieß die Straße Preysinggasse.

Sanierung

von 1995 bis 1996

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1995 und 1996 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Instandsetzung von Dach und Fassade umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 921.637 Euro, davon konnten 904.357 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Carl Hinträger - Nach seinem Studium an der Technischen Hochschule Wien war Carl Hinträger (1859-1913) als selbstständiger Architekt und Partner seines Vaters Moritz tätig. In der gesamten Monarchie errichtete er zahlreiche öffentliche Gebäude. Durch seine überzeugenden Grundrisslösungen wurde er zu einem Spezialisten im Schulbau. In Wien baute er auch das Amtshaus von Währing.

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