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Dreyhausenstraße 46

Fakten

Dreyhausenstraße 46

Dreyhausenstraße 46, 1140 Wien

Baujahr: 1955-1957

Wohnungen: 27

Architekt: Anton Brenner

Weitere Adressen

Prochstraße 12, 1140 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Dreyhausenstraße war seit der städtebaulichen Erschließung dieses Gebietes ab 1890 bis nach dem Zweiten Weltkrieg nicht durchgängig verbaut. Viele der damals parzellierten Bauplätze lagen brach und dienten als Lagerplätze. Vor Errichtung des Wohnhauses befanden sich auf dem Grundstück ein hölzerner Pferdestall und eine Werkzeughütte, die um 1930 abgetragen wurden.

Die Architektur

Wo die Dreyhausenstraße im stumpfen Winkel in die Prochstraße übergeht, schließt das Wohnhaus eine breite Baulücke zwischen zwei späthistoristischen Häusern. Die Hausfront folgt dabei der Biegung der Straße. Einfache Details gliedern die zurückhaltende Fassade: Ein breiter Putzstreifen fasst die Erdgeschoßzone mit den seitlich liegenden Hofdurchgängen, die mit den französischen Fenstern in den Geschoßen darüber eine vertikale Achse bilden, zusammen. Zarte horizontale Putzstreifen strukturieren die Wand und verbinden die Fenster in den Obergeschoßen miteinander. Durch die Staffelung der Fassade im Scheitelpunkt der Straßenbiegung erhält das Haus einen markanten Akzent. Ab dem ersten Stock tritt die Fassade erkerartig vor und reicht bis in die Dachgeschoßzone. Flankiert wird der aufstrebende Fassadenabschnitt hier von seitlich anschließenden Dacherkern. Durch den farblich differenzierten Verputz wird der Fassadenaufbau zusätzlich betont.

... und die Kunst

Im Erdgeschoß befindet sich in der Mitte der gebogenen Fassade ein Mosaikbild von Leopold Birstinger mit dem Titel "Mutter und Kind" aus dem Jahr 1955/57.

Der Name

Die Straße, in der der Wohnbau steht, ist seit 1899 nach Gustav Dreyhausen, Edler von Ehrenreich (1839-1884), benannt, der die Erbauung der Dampftramway vom Gürtel nach Breitensee förderte. Die Prochstraße erinnert ebenfalls seit 1899 an den Hofopernkapellmeister, Komponisten und Dirigenten Heinrich Proch (1809-1878).

Architekten

Anton Brenner - Anton Brenner (1896-1957) erhielt seine Ausbildung bei einer Reihe bedeutendster Architekten. Er besuchte die Kunstgewerbeschule in Wien bei Oskar Strnad und Josef Frank und studierte von 1922 bis 1926 an der Akademie der bildenden Künste bei Peter Behrens und Clemens Holzmeister. Bereits 1924 entwarf er für die Gemeinde Wien die Wohnhausanlage Rauchfangkehrergasse 26, Wien 15, deren funktional durchgeplante Wohnungsgrundrisse und Innenraumgestaltungen große Beachtung erfuhren. 1929 wurde Brenner Leiter der Architekturabteilung am Bauhaus in Dessau. Aufgrund seiner nicht einfachen Art und seines fortschrittlichen Denkens, blieben jedoch weitere große Aufträge aus. 1949/50 realisierte er mit seinen Sohn Anton Brenner jun. die Wohnhausanlage Strohgasse 14 in Wien 3.

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