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Linzer Straße 243-251

Fakten

Linzer Straße 243-251

Linzer Straße 243-251, 1140 Wien

Baujahr: 1967-1968

Wohnungen: 118

Architekt: Günter Zeman, Alfred Viktor Pal

Weitere Adressen

Baumgartenstraße 20, 1140 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Wohnhausanlage entstand im Rahmen des Stadterneuerungsprogramms in den 1960er-Jahren und wurde anstelle mehrerer alter Vorstadthäuser errichtet. Auf Höhe der 3. Stiege befand sich früher das Geburtshaus des Malers und Mitbegründers der Wiener Secession, Gustav Klimt, an den eine Gedenktafel erinnert. Die Wohnanlage entstand in zwei Bauabschnitten: Zuerst wurden die Gebäude Linzer Straße 243 - 247 von Alfred Viktor Pal errichtet und kurz darauf das Grundstücke mit den Nummern 249 - 251 von Günter Zeman bebaut.

Die Architektur

Die im sachlichen, nüchternen Stil der Wohnbauarchitektur der 1960er-Jahre errichtete Wohnanlage fällt vor allem durch ihre lange Straßenfront auf, die in der Erdgeschoßzone durch Geschäftslokale und Durchgänge aufgelockert ist. Die straßenseitigen Hauseingänge bilden mit den großen Stiegenhausfenstern vertikale Achsen und rhythmisieren die Front. Die vier Wohngeschoße sind regelmäßig mit Fenstern gerastert, wobei sich die Fenstergröße nach der Funktion der dahinter liegenden Räume richtet. Der farbige Verputz strukturiert die Straßenfassade nach funktionalen Gesichtspunkten: Die allgemein zugänglichen Bereiche wie die Geschäfte und Stiegenhäuser sind durch grauen Verputz vom privaten Bereich der Wohnungen in den Obergeschoßen farblich abgesetzt und am Außenbau ablesbar. Die Fassadengliederung setzt sich auch hofseitig fort, wo Balkone und französische Fenster für Abwechslung sorgen.

Der Name

Die Wohnanlage liegt an der seit 1894 so benannten Linzer Straße, der alten Poststraße von Wien Richtung Westen nach Linz, die noch auf die Römerzeit zurückgeht. Vorher hieß die Straße Hauptstraße, Landstraße und Poststraße.

Sanierung

von 2003 bis 2008

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2003 bis 2008 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 1.196.100 Euro, davon konnten 365.031 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Günter Zeman - Günter Zeman (geb. 1929) arbeitete nach seinem Studium an der Technischen Universität Wien bei Erich Boltenstern und Eugen Wachberger. Als selbständiger Architekt errichtete er zahlreiche öffentliche Gebäude wie das evangelische Krankenhaus in der Schopenhauerstraße (Wien Währing) sowie Industrie- bzw. Gewerbebauten. An der Hochschule für angewandte Kunst in Wien war Günter Zeman Professor. Die Wohnanlage Linzer Straße 243 - 251 ist sein einziger Bau für die Gemeinde Wien.

Alfred Viktor Pal - Alfred Viktor Pal (1911-2007) studierte bis 1935 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Während des Zweiten Weltkrieges war er mit der Planung und Ausführung von Bauten der Luftwaffe betraut. Nach 1945 beteiligte sich Pal vor allem am Wiederaufbau. Mehrere Wohn- und Gewerbebauten wurden, vorwiegend in Gemeinschaftsarbeit mit anderen Architekten, nach seinen Entwürfen realisiert.

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