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Hochsatzengasse 6

Fakten

Hochsatzengasse 6

Hochsatzengasse 6, 1140 Wien

Baujahr: 1949-1950

Wohnungen: 21

Architekt: Walter Köhler

Weitere Adressen

Baumgartenstraße 95, 1140 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das Wohnhaus steht auf einem an die Gleisanlagen der Westbahn grenzenden Grundstück, das trotz der städtebaulichen Erschließung dieser Gegend um 1900 bis nach dem Zweiten Weltkrieg unbebaut geblieben war. Der Gemeindebau entstand 1949 im Rahmen des zweiten Wiener Wohnbauprogramms nach dem Weltkrieg.

Die Architektur

Die Architektur der auf einem Eckgrundstück errichteten Wohnanlage passt sich der lockeren vorstädtischen Bebauung in dieser Gegend gut an. Die dreigeschoßige Anlage reicht von der Hochsatzengasse im stumpfen Winkel bis in die Baumgartenstraße und gliedert sich in zwei Bauteile mit je einem straßenseitigen Hauseingang. Dabei ist die Anlage von der Baulinie zurückgesetzt, so dass ein Vorgarten entsteht. Am Außenbau ist die Grenze zwischen den beiden Teilen an der leicht vor- bzw. zurücktretenden Fassade erkennbar. Die Fassaden werden durch Form, Größe und Anordnung der Fensteröffnungen gegliedert. Große Fenster sorgen für ausreichende Belichtung der Wohnungen. Die großzügigen Hauseingänge sind durch breite Putzrahmungen akzentuiert und bilden mit den darüber liegenden Stiegenhausfenstern vertikale Achsen, die bis in die Dachgeschoßzone reichen. Eine Lücke zwischen den Gleisanlagen und dem Bauteil in der Hochsatzengasse öffnet den Gartenhof zum Straßenraum.

... und die Kunst

Ein Sgraffitowandbild mit dem Titel "Mutter Erde" von Hermine Aichenegg aus dem Jahr 1951 stellt eine Allegorie der Erde dar. Eine thronende weibliche Figur hält Ähren im Arm und ein Wohnhaus in der Hand und symbolisiert die von der Erde kommenden lebenserhaltenden Dinge, wie das Getreide und das Material zum Hausbau.

Der Name

Die Wohnanlage steht in der seit 1894 nach einem alten Flurnamen Hochsatzengasse benannten Straße. "Hochsatzen" bedeutet höher gelegene, neu gesetzte Kleingärten. Früher hieß die Gasse Berggasse.

Sanierung

von 2000 bis 2001

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2000 und 2001 saniert. Durch das Wärmedämmverbundsystem an der Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Walter Köhler - Walter Köhler (1899-1974) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Nach seinem Abschluss war er im Atelier von Georg Rupprecht als Chefarchitekt für die Planung mehrerer Gemeindewohnbauten zuständig. Nach 1945 widmete er sich vor allem Wohnbauprojekten in Wien (z. B. Josef-Haas-Hof in Wien 11 und Lazarettgasse 13a in Wien 9) und in Niederösterreich. Köhler hatte auch Anteil an der Grundriss-Typisierung für den sozialen Wohnbau.

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