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Linzer Straße 60-62

Fakten

Linzer Straße 60-62

Linzer Straße 60-62, 1140 Wien

Baujahr: 1966-1967

Wohnungen: 52

Architekt: Alois Plessinger

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Anstelle der Wohnanlage befanden sich früher zwei zweigeschoßige Vorstadthäuser mit Geschäftslokalen und Wohnungen aus dem 19. Jahrhundert. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus Linzer Straße 60 durch eine Fliegerbombe beschädigt und abgetragen. Die Wohnanlage entstand im Rahmen des Stadterneuerungsprogrammes in den 1960er-Jahren.

Die Architektur

Die aus einem Straßentrakt und einem freistehenden Wohnblock im Hofbereich bestehende Wohnanlage entspricht in ihrem Erscheinungsbild dem sachlich-funktionalen Stil der 1960er-Jahre. Die Straßenfassade gliedert sich in eine durch Geschäftslokale aufgelockerte Erdgeschoßzone und vier Obergeschoße, die durch die Form und Größe der Fensteröffnungen strukturiert werden und deren rechte Hälfte leicht vorragt. Durch die unterschiedliche Farbgebung des Putzes werden die Fenster zu Einheiten zusammengefasst und die Fassade in einzelne Abschnitte unterteilt. Die Fenstergröße richtet sich nach der Funktion der dahinter liegenden Wohnräume. Hofseitig wird die Fassade durch risalitartig vortretende Stiegenhäuser gegliedert, die durch hellen Verputz akzentuiert werden. Denselben Gestaltungsprinzipien folgt auch der freistehende Wohnblock im Hof, dessen Fassade durch Balkone belebt wird. Mit den Wohnhausanlagen Lenneisgasse 4-8 und Amortgasse 1-17 bildet die Anlage einen gemeinsamen Gartenhof.

Der Name

Die Wohnanlage liegt an der seit 1894 so benannten Linzer Straße, der alten Poststraße von Wien Richtung Westen nach Linz, die noch auf die Römerzeit zurückgeht. Vorher hieß die Straße auf Höhe der Wohnanlage Poststraße.

Sanierung

von 2009 bis 2011

Die Wohnhausanlage wurde von 2009 bis 2011 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt.

Architekten

Alois Plessinger - Alois Plessinger (1894-1968) studierte ab 1919 bei Franz Krauß und Peter Behrens an der Akademie der bildenden Künste Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf er in den 1950er- und 60er-Jahren eigenständig und in Arbeitsgemeinschaften mehrere große Wohnhausanlagen, wie etwa die Anlagen Wolfersberggasse 13-17 in Wien 14 (1954/55) und Czerninplatz 7 in Wien 2 (mit Heinrich Reitstätter, 1963/64). Besonders bemerkenswert ist das noch vor dem Zweiten Weltkrieg von Alois Plessinger geplante Einfamilienhaus Peter-Jordan-Straße 187 in Wien 18 (1931/32).

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