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Hickelgasse 16

Fakten

Hickelgasse 16

Hickelgasse 16, 1140 Wien

Baujahr: 1929

Wohnungen: 16

Architekt: Helmut Wagner-Freynsheim

Weitere Adressen

Cervantesgasse 6, 1140 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Im Einzugsgebiet des ehemaligen Betriebsbahnhofs der Wiener Verkehrsbetriebe an der Hütteldorfer Straße, wo sich vormals Äcker und Gärten befanden, erwarb die Gemeinde Wien ab 1924 zahlreiche Bauplätze, um sie für den Wohnbau zu nutzen. So entstanden zwischen Meiselstraße, Drechsler- und Gurkgasse Ende der 1920er Jahre zahlreiche Gemeindebauten, die durch ihre kontrastreiche Architektur diesen Teil des 14. Bezirks bis heute prägen.

Die Architektur

Die auf einem abfallenden Eckgrundstück errichtete viergeschoßige Wohnanlage fällt durch die gelungenen Proportionen des schlichten Baukörpers auf, der sich in drei Teile gliedert. Zwei Teile schließen an die Nachbarhäuser an. Der Bauteil an der Hickelgasse ist dabei um ein halbes Geschoß erhöht und gleicht das abschüssige Terrain aus. Der Ecktrakt dagegen ist hinter die Baulinie zurückgesetzt. Die Eckpunkte der Bauteile werden durch Balkone und Halbloggien sowie übereck gesetzte Fenster aufgelockert. Die Hauswand wird durch die asymmetrische Fensterverteilung, die funktionalen Gesichtspunkten folgt und sich nach den Wohnungsgrundrissen richtet, gegliedert. Die Wohnanlage hebt sich von den benachbarten Häusern, aber auch von den anderen Gemeindebauten in der unmittelbaren Umgebung deutlich ab. Die glatten Wandflächen, schlichten Gitterbalkone und die Fensterverteilung verleihen den einzelnen Bauteilen einen kubischen Charakter. Durch den Verzicht auf dekorative Details steht das Haus für eine Architekturauffassung, die sich an der sachlich-funktionalen Wohnhausarchitektur, wie sie sich Ende der 1920er-Jahre durchzusetzen begann, orientiert.

Der Name

Die Straße ist seit 1893 nach dem Porträtmaler Joseph Hickel (1736-1807) benannt. Hickel war k.k. Kammermaler und Mitglied der Akademie der bildenden Künste. Er schuf zahlreiche Schauspielerportraits für die Galerie des Burgtheaters und porträtierte mehrfach Kaiser Joseph II.

Sanierung

von 2001 bis 2001

Die Wohnhausanlage wurde 2001 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die teilweise Instandsetzung der Fassade. Außerdem wurden eine Gas-Kombi-Therme eingebaut.

Architekten

Helmut Wagner-Freynsheim - Helmut Wagner-Freynsheim (1889-1968) studierte Architektur an der Technischen Hochschule in Darmstadt und in Wien (Diplom 1912). Bevor er als selbständiger Architekt arbeitete, besuchte er auch noch die Bauschule von Adolf Loos. Zunächst in Wien tätig, übersiedelte Helmut Wagner-Freynsheim 1930 nach Kitzbühel, wo ein Großteil der von ihm entworfenen Wohnhäuser und Villen errichtet wurde. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören das Doppelhaus Jagdschlossgasse 70-68 in der ab 1930 angelegten Werkbundsiedlung in Wien 13 und die Villa Auspitz auf der Hohen Warte in Wien 19 (Wallmodengasse 10, 1929).

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