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Sebastian-Kelch-Gasse 4-6

Fakten

Sebastian-Kelch-Gasse 4-6

Sebastian-Kelch-Gasse 4-6, 1140 Wien

Baujahr: 1928-1929

Wohnungen: 24

Architekt: Heinrich Vana

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Südlich der Hütteldorfer Straße, im Einzugsgebiet des dort gelegenen ehemaligen Betriebsbahnhofs der Wiener Verkehrsbetriebe, entstand die Wohnanlage mit ursprünglich zwei Geschäftslokalen. Früher befand sich hier ein SPÖ-Lokal. Seit fast 21 Jahren werden die ehemaligen Räume des Parteilokals von der Kinderbetreuungsgruppe "Ich & Du" genutzt. Die Anlage wurde 2001 unter Denkmalschutz gestellt.

Die Architektur

Die in einer breiten Baulücke errichtete Wohnanlage hebt sich vor allem durch ihren expressiven Fassadenaufbau von den Nachbarhäusern ab. Die symmetrisch aufgebaute Straßenfassade gliedert sich in ein hohes Sockelgeschoß mit einem Spitzbogenportal mit profilierter Rahmung im Zentrum. Darüber befinden sich in den drei Mittelachsen trichterförmige spitze Erker mit Gitterbalkonen. An den Seiten wird die Fassade durch erkerartig vortretende, mehrgeschoßige Anbauten, die turmartig in die Dachzone reichen, belebt. Das expressive Erscheinungsbild wird durch Gesimse und Spitzgiebel noch unterstrichen. Der farbige Verputz akzentuiert sowohl die einzelnen Fassadenzonen als auch die Bauglieder und erweckt den Eindruck von mehreren sich überlagernden Schichten. Ein tonnengewölbter Durchgang führt in den Hof, dessen Fassade durch die runden Stiegenhausrisalite, Balkone und Arkadengänge bestimmt wird und der Anlage eine romantische Note verleiht. Mit seiner markanten motivreichen Fassade stellt die Wohnanlage ein wichtiges Beispiel für den kommunalen Wohnbau der Zwischenkriegszeit dar.

Der Name

Die Straße erinnert seit 1904 an Sebastian Kelch (1802-1870), der 1848 Ortsrichter von Penzing war.

Architekten

Heinrich Vana - Heinrich Vana (1889-1967) studierte nach seinem Kriegsdienst von 1920 bis 1923 Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Bereits ab 1924 war er als selbstständiger Architekt für die Stadt Wien tätig, für die er auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinem Sohn Kurt Vana mehrere Wohnbauprojekte realisierte.

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