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Mitisgasse 36-38

Fakten

Mitisgasse 36-38

Mitisgasse 36-38, 1140 Wien

Baujahr: 1960-1961

Wohnungen: 42

Architekt: Karl Hartl

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Das Wohnhaus wurde auf einem ehemaligen, brach liegenden Acker errichtet und schließt eine der letzten Baulücken in der ab 1910 verbauten Mitisgasse. Dieser Bereich wurde durch den Bau des in unmittelbarer Nähe gelegenen Hanusch-Krankenhauses (erb. 1914/15) und des Béla-Somogyi-Hofs (1927-1929) städtebaulich erschlossen.

Die Architektur

Das auf einem Eckgrundstück im nüchternen Stil der 1960er-Jahre errichtete Wohnhaus gliedert sich in zwei im rechten Winkel angeordnete Bauteile, die leicht versetzt aneinander stoßen. Die Ecksituation wird durch Loggien akzentuiert, wobei ein Balkon im ersten Stock weit ausschwingt und die beiden Hausteile verklammert. Hier befindet sich auch ein Durchgang zu den hofseitigen Hauseingängen. An der Mitisgasse schließt der Bauteil in der Höhe an die bestehende Bebauung an. Die Front an der Mitisgasse wird seitlich durch Loggien und die Hofdurchfahrt begrenzt. Hofseitig bilden die Hauseingänge mit den darüber liegenden Stiegenhausfenstern vertikale Achsen, die von breiten, über die ganze Bauhöhe reichenden Putzbändern begrenzt und durch farbigen Fassadenanstrich akzentuiert werden. In den Obergeschoßen gliedern Loggien und Balkone die Fassade.

... und die Kunst

An dem Wohnhaus befindet sich ein Mosaikbild "Zwei Pferde" von Heribert Potuznik aus dem Jahr 1960/61. Die Hauseingänge werden durch ein Mosaik aus farbigen Fliesen flankiert: rote, blaue, gelbe und schwarze Farbflächen auf grauem Grund sind einander überlagernd unregelmäßig angeordnet.

Der Name

Die Wohnanlage liegt in der seit 1896 nach dem Techniker Ingenieur Ignatz Edler von Mitis (1771-1842) benannten Straße. Mitis schrieb Fachbücher über technischen Themen.

Architekten

Karl Hartl - Karl Hartl (geb. 1915) studierte von 1936 bis 1940 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien plante er etwa das Wohnhaus Mitisgasse 36-38 in Wien 14 (1960/61) und war an der Errichtung der Anlagen Krottenbachstraße 42-46 in Wien 19 (1956-1958) und Hadikgasse 268-272 in Wien 14 (1953/54) beteiligt. Zudem unterrichtete Karl Hartl an der Bundesgewerbeschule Mödling (NÖ).

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