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Anton-Katschinka-Hof

Fakten

Anton-Katschinka-Hof

Siebenbrunnenfeldgasse 8-10, 1050 Wien

Baujahr: 1929-1930

Wohnungen: 45

Architekt: Karl Ernst

Weitere Adressen

Kohlgasse 2b, 1050 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Erste Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die ehemalige Vorstadt Margareten wurde 1850 im Zuge der ersten Stadterweiterung gemeinsam mit Wieden nach Wien eingemeindet. Das Gebiet von Margareten war bis ins 19. Jahrhundert nur sehr dünn besiedelt und ursprünglich durch weitläufige Gartenanlagen geprägt, die im Laufe der Zeit parzelliert wurden. Die Siebenbrunnenfeldgasse war noch um 1850 ein von kleinteiligen Gärten gesäumter Feldweg. Erst ab 1900 wurde der Straßenzug befestigt und verbaut.

Die Architektur

Der Anton-Katschinka-Hof liegt an der Ecke Siebenbrunnenfeldgasse/Kohlgasse und weist einen L-förmigen Grundriss auf. Der schlichte Bau umfasst fünf Stockwerke. Im Zentrum der Fassade zur Siebenbrunnenfeldgasse befindet sich der Haupteingang, der sich durch seine Klinkerverkleidung optisch hervorhebt. Gleich darüber werden die mittleren Fensterachsen in allen Geschoßen durch Balkone zusammengefasst. Links und rechts davon sind jeweils zwei flankierende Fensterachsen in den drei obersten Geschoßen durch eine gemeinsame Sohlbank verbunden. Die übrigen Fassaden sind als einfache Lochfassaden gestaltet. Lediglich die Gebäudeecke erhält im Erdgeschoßbereich durch eine Klinkerverkleidung einen besonderen Akzent.

... und die Kunst

Im Eingangsbereich der Wohnhausanlage befindet sich eine Steintafel, die an ihre Errichtung erinnert. Sie trägt die Aufschrift: "Diese Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1929-1930 von der Gemeinde Wien unter dem Bürgermeister Karl Seitz errichtet; Amtsführende Stadträte: Hugo Breitner für Finanzwesen, Anton Weber für Wohnungswesen; Planverfassung: Architekt Karl Ernst; Bauleitung: Wiener Stadtbauamt.

Der Name

Anton Katschinka, geboren 1839, war ein Vorkämpfer der "neuen Schule". Er verstarb im Jahr 1905 im Alter von 66 Jahren.

Sanierung

von 2006 bis 2008

Im Anton-Katschinka-Hof wurde in den Jahren 2006 bis 2008 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Karl Ernst - Karl Ernst (geb. 1887, Sterbedatum unbekannt) studierte von 1906 bis 1912 an der Technischen Hochschule Wien. Es sind zwei Bauwerke von ihm bekannt, die er für die Gemeinde Wien errichtete: der Südtirolerhof (Wien 4, Wiedner Gürtel 38-40; gemeinsam mit Josef Hahn) aus den Jahren 1927/28 und der kurz darauf entstandene Anton-Katschinka-Hof (Wien 5, Siebenbrunnenfeldgasse 8-10). 1940 emigrierte Ernst nach Jugoslawien, wo sich seine Spuren verlieren.

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