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Ein Hauch von Hollywood im Gemeindebau

Der Action-Film "Die Hölle" von Oscarpreisträger Stefan Ruzowitzky ist gerade in den heimischen Kinos angelaufen. Abgedreht hat er den Film bereits im März und April 2016. Ein Schauplatz für den Dreh war der Gemeindebau in der Leopold-Rister-Gasse 5 im 5. Bezirk. Wir waren damals live vor Ort und haben dem Regisseur und seinem Team einen Tag lang über die die Schulter geschaut. Lesen Sie hier unseren Bericht von den Dreharbeiten.

Es ist ein sonniger Tag, als die Filmproduktion und ihr Tross von 65 Menschen den Gemeindebau in Margareten unter Beschlag nimmt. 10 LKWs beladen mit Kabeln, Kameras, Mikrophonen, Stativen, Requisiten und allerlei technischen Geräten umgeben den rechteckigen Gemeindebau. Um 12.30 Uhr gleicht der Platz vor der Wohnhausanlage aus der Vogelperspektive einem Ameisenhaufen: Reges Treiben überall. Die Mitarbeiter des Catering-Standes bauen ein Buffet auf. Ein Zelt wird mit Tischen und Bänken bestückt, um der Crew während der Drehpausen einen Ort zum Verschnaufen zu schaffen. Kabel, Mikrophone und Kameras wandern in den Gemeindebau und werden in den kleinen Lift gestapelt, der sie in den 10 Stock bringen. Dort wird heute gedreht, in einer Wohnung. Die Hauptdarstellerin Özge, eine türkischstämmige Taxifahrerin, dargestellt von Violetta Schuralow, besucht ihre Eltern im Gemeindebau. Ihren Vater und ihre Mutter verkörpern die türkischen Top-Schauspielstars Ercan Kesal und Nursel Köse.

In einer Drehpause kommt eine türkische Mieterin zufällig bei den beiden Schauspielern vorbei und traut ihren Augen nicht, als ihre Lieblingsschauspieler, die sie sonst nur aus dem Kino und Fernsehen kennt, hier in ihrem Gemeindebau drehen. Sichtlich gerührt holt sie sich ein Autogramm, sie wird den heutigen Tag wohl länger im Gedächtnis behalten.

Die Hölle ist ein schneller, szenenweise brutaler Thriller, der an anderen Drehtagen mit viel Action und Explosionen auf sich aufmerksam machte. Beim Dreh im Gemeindebau geht es heute gemütlicher zu, auch die Hauptdarsteller Tobias Moretti und Sammi Sheik haben heute Pause.

„Die Wohnung hat hier sehr gut gepasst, wir haben nur noch Fließen verlegt, damit die Wohnung aussieht, wie für eine Gastarbeiterfamilie der ersten Generation“, so Regisseur Rusowitzky. „Ein lang schwellender Konflikt der Hauptdarstellerin und ihren Eltern bricht aus, danach ist sie ganz allein, schutzlos und heimatlos...Es ist ein kleiner Höhepunkt des Films.“ Als die Szenen abgedreht sind, zieht der Tross schon wieder weiter, aber nur ein paar Gassen in einen weiteren Gemeindebau, dort werden noch Nachtszenen gedreht.

Das Wohnhaus in der Leopold Rister Gasse 5 ist vom Rummel unbeeindruckt. Der einzige Wiener Gemeindebau, der einem Wolkenkratzer ähnelt, ist Prominente gewohnt: Denn in den 50 Jahren wohnte hier der ehemalige Wiener Bürgermeister Helmut Zilk.

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