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Spannung, Sex und schwarzer Humor…

… machen laut Autorin Edith Kneifl einen guten Krimi aus. Sie muss es wissen, hat sie doch in all ihren Büchern ein paar hundert Menschen ums Leben gebracht. Im neuen Kurzgeschichtenband „Tatort Gemeindebau“, der soeben im Falter Verlag erschienen
ist, geht es in 13 Erzählungen von 13 AutorInnen zahlreichen Gemeindebau MieterInnen an den Kragen.

Eine der SchriftstellerInnen, Edith Kneifl, die selbst in einer Gemeindewohnung in Lenzing am Attersee in Oberösterreich aufgewachsen ist, war immer schon von Gemeindebauten fasziniert. Wir haben sie im Albert-Einstein-Hof im 6. Bezirk zu einem Gespräch getroffen.

Inspirationen, wohin man schaut

Es ist ein heißer Tag im September, als Edith Kneifl auf einer Parkbank im kühlen Schatten der Bäume im Innenhof des Albert-Einstein-Hof Platz nimmt. Woher sie die Inspiration für ihre mörderischen Storys nimmt, wollen wir von ihr wissen. „Manchmal müssen sich meine Freundinnen fürchten, da ich ihre Charaktereigenschaften meinen Figuren zuweise“, so die Autorin. Bei ihrer Geschichte „Gloria“, die im Sandleitenhof in Ottakring spielt, war dem aber nicht so. „Die ist auf meinem Mist gewachsen, ich habe mal in Simmering gewohnt und dort gibt’s schon ein paar Figuren, wie den Sicherheitswachmann und eine ledige Mutter, die in meiner Geschichte so ähnlich wieder auftauchen.

„Man muss sehr aufpassen, dass man da nicht den Blick von oben herab hat, aber das ist mir und meinen Kolleginnen und Kollegen gut gelungen.“ – Die Authentizität des 12. Buches der Tatort-Reihe liegt aber auch daran, dass viele, die diese Geschichten erzählen, selbst in einem Gemeindebau wohnen bzw. dort aufgewachsen sind.

Was für die Schriftstellerin neu war, ist die Erzählperspektive aus der Sicht einer Leiche. „Ich habe mir vorgestellt, wie es ist, wenn man selber da liegt, und ich habe es sehr amüsant gefunden, wenn die Leiche hier herumliegt und die Leute zum Kaffeetrinken drübersteigen.“ Auf welchen Stiegen, in welchen Wohnungen und in welchen Wohnhausanlagen noch das Blut fließt, lesen sie aber am besten selbst in „Tatort Gemeindebau“ nach. Eins darf jetzt schon verraten werden: Fad wird ihnen dabei mit Sicherheit nicht.

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