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Erinnerungskultur im Kopenhagenhof

Dr. Autengruber im Kopenhagenhof
Dr. Autengruber im Kopenhagenhof

3.12. 2013: Mit dem Lexikon der Wiener Gemeindebauten hat der Zeithistoriker Dr. Peter Autengruber gemeinsam mit seiner Kollegin Dr. Ursula Schwarz ein sehr interessantes Nachschlagewerk verfasst, das neben den klassischen Informationen auch alle Kunstwerke der Gemeindebauten akribisch genau auflistet. Wir haben uns mit dem Autor auf Spurensuche in den Kopenhagenhof nach Döbling begeben.

Der Kopenhagenhof wurde zwischen 1956 und 1958 erbaut, unter seinem Dach befinden sich 432 Wohnungen. 1962 wurde er nach der dänischen Hauptstadt benannt, um an die Hilfe Dänemarks an das hungernde Wien nach dem Zweiten Weltkrieg zu erinnern. Dieser Gemeindebau enthält besonders viele Kunstwerke, deshalb war er für Dr. Autengruber eines der vielen Highlights für seine Recherche.

Als erstes Kunstwerk springt dem Betrachter vor Ort das Natursteinrelief Hausmusik von Franz Luby ins Auge. Die künstlerischen Highlights sind für Dr. Autengruber aber drei andere: ein weitgehend unbekanntes Frühwerk von Alfred Hrdlicka, die Plastik „Vogeltränke“, die „Sonnenuhr“ von Helene Hädelmayr und den Brunnen „Vogelflug“ von Herbert Schwarz. Die Kunstwerke sind im Kopenhagenhof leicht zugänglich, das ist nicht in allen Gemeindebauten so. Im nahegelegenen Pestalozzihof muss man über den ein oder anderen Zaun klettern, um die Kunstwerke genauer betrachten zu können, weiß der Historiker. Denn bei seinen Recherchen im Gemeindebau musste er vor skeptischen MieterInnen gelegentlich eine Ausrede erfinden oder
sich auf den Wohnbaustadtrat berufen, um die Daten und Fotos für sein Buch zusammenzutragen. Aber die Mühen haben sich gelohnt, denn das Lexikon der Wiener Gemeindebauten ist ein sehr informatives Nachschlagewerk, dass in keiner gut sortierten Heimbibliothek fehlen sollte.

Infos:
Lexikon der Wiener Gemeindebauten
Autoren: Peter Autengruber, Ursula Schwarz
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-85431-623-7
Verlag: Pichler Verlag

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