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The Sound of Gemeindebau

Das quartett Merylin Stern spielt am 30. September in der Steinergasse in Atzgersdorf gross auf
Das Quartett Merlyn und Stern spielt am 30. September in der Steinergasse in Atzgersdorf gross auf

Der Wiener Autor und Journalist Uwe Mauch tourt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "The Sound of Gemeindebau" mit MusikerInnen durch Wohnhausanlagen. Dabei liest er aus seinem Buch "Stiege 8 / Tür 7 - Homestorys aus dem Wiener Gemeindebau". Seine nächsten Stationen sind am 30. September die Steinergasse 36, am 11. Oktober die Bassena 10 in der Pier-Albin-Hansson-Siedlung und am 16. November die Ruthnergasse 56-60. Der Eintritt ist frei! Wir haben mit Uwe Mauch geplaudert.

In welchem Gemeindebau sind sie aufgewachsen?
Ich bin in einem Gemeindebau in Floridsdorf aufgewachsen, an der Autokaderstraße. Für uns Kinder war das ein Paradies. Mit großen Wiesen zum Cowboy-und-Indiander- und Fußballspielen, mit ausreichend Wegen zum Rad- und Rollschuhfahren. Mit so gut wie keinem sozialen Gefälle.

Wohnen Sie immer noch dort?
Als Student bin ich heuer vor dreißig Jahren in eine Gemeindebauwohnung in Großjedlersdorf umgezogen. Manche meinen ja, dass die, die es sich leisten können, so schnell wie möglich ausziehen. Ich verspüre diesbezüglich wenig Leidensdruck.

Was macht für Sie das Leben im Gemeindebau aus?
Die noch einigermaßen leistbare Miete, und zwar auch für jene, die nicht geerbt haben. Eine großzügige Grünfläche vorm Wohnzimmer, von der die BewohnerInnen der Seestadt nur träumen können. Eine Hausmeisterin, die für ihre MieterInnen rund um die Uhr da ist.

Welche Bedeutung hat für sie der soziale Wohnbau?
Eine nur in Wien völlig unterschätzte. Denn ich kann nicht nachvollziehen, warum hier so viele Leute über den Gemeindebau schimpfen, darunter auch auffallend viele, die dort nicht wohnen, während der Wiener Wohnbau weltweit Komplimente bekommt.

Was dürfen sich die Zuhörerinnen und Zuhörer von ihren Lesungen erwarten?
Kultur vor der Haustür. Mit dem Sound of Gemeindebau wollen die MusikerInnen und ich den Menschen ein Stück weit entgegen kommen. Ich werde unter anderem aus meinem Gemeindebau-Buch STIEGE 8 / TÜR 7 lesen, aber auch aus dem Porträtband LOKALMATADORE sowie aus meinem neuen Buch DIE ARMEN VON WIEN.

Wie sind die Abende angelegt? Lesen sie zuerst und spielen dann die Bands oder untermalen die Bands/Künstler ihre Lesungen?
Auch wenn wir fünf grundverschiedene Musikrichtungen anbieten können, folgt der Ablauf einer einheitlichen Dramaturgie: zum Auftakt gibt es ein paar Minuten Sound, dann werde ich lesen, dann gibt es wieder Musik. Wir werden uns also in schöner Regelmäßigkeit abwechseln.

Kennen Sie die Bands, die mit Ihnen auftreten? Haben Sie sie ausgesucht? Wie kam es zur Zusammenarbeit?
Ich kenne die MusikerInnen, einige schon seit Längerem, mit Gottfried Gfrerer durfte ich auch schon gemeinsam auftreten. Und ich bin froh und dankbar, dass alle auf meine Anfrage spontan zugesagt haben. Das habe ich nicht zuletzt dem neuen Wiener Label Lili Records zu verdanken.

THE SOUND OF GEMEINDEBAU TERMINE bei freiem Eintritt:

Freitag, 30. September 2016, Beginn: 18 Uhr
Musik: Marlyn & Stern
1230 Wien, BewohnerInnen-Zentrum, Steinergasse 36.
Erreichbar: S-Bahn, bis Station Atzgersdorf; Bus 60 A, Station Steinergasse.

Dienstag, 11. Oktober 2016, Beginn: 19 Uhr
Musik: Mika Vember
1100 Wien, Per-Albin-Hansson-Siedlung, Bassena 10, Ada-Christen-Gasse 2, Eingang Alaudagasse.
Erreichbar: Straßenbahn 67, bis Station Alaudagasse.

Mittwoch, 16. November 2016, Beginn: 18.00 Uhr
Musik: Gottfried David Gferer
1210 Wien, BewohnerInnen-Zentrum, Ruthnerg. 56-60 /Schicketanzg.
Erreichbar: S-Bahn bis Station Siemensstraße, Bus 30 A, Station Scottgasse.

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