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Die Schwimmbäder des Heinz-Nittel-Hofes

In unseren Gemeindebauten gibt es viele schöne Plätze und Geheimtipps.  Wir sind für Sie an einem sonnigen Tag auf die Dächer des Heinz-Nittel-Hofes gestiegen. Die acht Schwimmbäder sind in den Wohnhausanlagen der Stadt Wien einzigartig, es gibt nur noch auf den Dächern der Otto-Probst-Straße 36 – 38 sowie in der Hartlgasse 28 – 30 jeweils ein Schwimmbecken.

Der Heinz-Nittel-Hof liegt jenseits der Donau, genauer gesagt in Floridsdorf, am Stadtrand. Seine Architektur erinnert nicht von ungefähr an die Wohnsiedlung Alt-Erlaa. Denn beide Bauten hat der Architekt Harry Glück entworfen. Der Heinz-Nittel-Hof wurde zwischen 1979 und 1983 erbaut und beherbergt 1.422 Wohnungen. Durch seine Größe wirkt er wie eine kleine Stadt in der Stadt. Seit 1985 wird die Wohnhausanlage von der Gesiba verwaltet.

Am Dach des Gemeindebaus macht das Sonnenbaden Spaß!

Schwimmen über den Dächern

Die Sonne steht hoch, als der Hausbesorger Erik Svejnoch in den Lift steigt und auf den Dachgeschoß-Knopf drückt. Er verlässt den Lift, geht ein paar Schritte, öffnet eine weitere Tür und steht auf dem Dach. Nach den letzten paar Stufen über eine Wendeltreppe hat er sein Ziel erreicht. Vor ihm breitet sich ein Schwimmbecken mit glasklarem Wasser aus. Es ist eines von acht Becken des Heinz-Nittel-Hofs, mit einer Länge von 25 m und einer Breite von 12 m, bei einer Wassertiefe von 1,35 m. Auf den warmen Waschbetonfliesen strecken sich die BewohnerInnen aus und lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Die Bäder können vom 15. Mai bis zum 15. September inklusive Sonn-und Feiertage durchgehend von 6 bis 22 Uhr benützt werden.

Herr Svenjoch und Herr Unger gönnen sich eine kurze Pause!

Eine von ihnen ist Frau Salomon, die seit 34 Jahren hier im Gemeindebau lebt und drei- bis viermal pro Woche zum Schwimmen kommt. „Ich wohne gerne hier – für die Leute ist es super: Du kommst nach der Arbeit heim, gehst schwimmen und bist dann gleich wieder zu Hause!“

Die Chemie muss stimmen

Erik Svejnoch lässt seinen Blick über ganz Wien schweifen: „Die Skyline ist ein Hammer. An einem klaren Tag siehst Du bis zum Schneeberg!“ Dann setzt seinen Rundgang fort. Er kontrolliert die Lüftungen auf dem Dach. Es passt alles, also macht er sich auf zum nächsten Bad. Im Lift trifft er seinen Kollegen, den Hausbetreuer Hannes Unger, der für die Kontrolle der Sauberkeit und die Wasserqualität im Schwimmbadbereich verantwortlich ist. Er kontrolliert dreimal am Tag alle acht Schwimmbäder. Jetzt ist seine Mittagsrunde dran. „Vom Papierln einsammeln bis zur Bäderchemie mache ich alles.“ Gesagt, getan: Hannes Unger schließt auf der Rückseite des Bades einen Raum auf. Es ist laut hier, denn die Wasserpumpen sind in Betrieb. Er entnimmt mit einer Küvette eine Wasserprobe und überprüft mit einem Messgerät den Chlor- und pH-Wert des Badewassers. „Das Wasser hat einen pH-Wert von 7,2 und der Chlorwert beträgt 0,6. Diese Werte sind optimal für unsere Badegäste.“

Dann trennen sich die Wege des Hausbesorgers und des Hausbetreuers
wieder. Hannes Unger reinigt den Pool. Erik Svejnoch ruft ihm ein „Tschüss, Poolboy!“ nach, während er zu seinen Stiegen aufbricht, wo er wie immer nach dem Rechten sieht. Im Erdgeschoss trifft er auf die langjährige Mieterin Frau Kakalik. „Was kann ich
für sie tun?“ – „Da ist eine Neonröhre hin“, so die Pensionistin. „Des hamma gleich“, so der Hausbesorger. „Sie san der beste Mann hier im Bau!“ erwidert die beruhigte Mieterin.

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