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Der Hofsheriff aus dem Wildganshof

Seit 31 Jahren wohnt der gebürtige Kärntner Werner M. in einer Gemeindewohnung auf der 42er Stiege im Anton-Wildgans-Hof. Dort ist er unter seinem Spitznamen „Herr Werner“ bekannt wie ein bunter Hund, die Jugendlichen nennen ihn liebevoll „Hofsheriff“, denn dem 69-jährigen Pensionisten entgeht nichts. Wir haben ihn auf einem seiner Rundgänge durch seinen Bau begleitet.

Herr Werner steht jeden Tag um 4.00 Uhr in der Früh auf, zieht sich an und macht bereits seinen ersten Rundgang durch den Gemeindebau. „Ich überprüfe, ob die Nummernbeleuchtung brennt, und wenn nicht, wechsle ich oder der Hausbesorger die Glühbirne aus.“, so der Pensionist. Herr M. sieht nach, ob alle Gitter versperrt sind, um zu vermeiden, dass unbefugte Fahrzeuge in die Wohnhausanlage fahren. „Denn es ist schon einmal eine Mieterin zsam gführt worden!“, weiß Herr Werner.

Vom Hof, der im Volksmund wegen seiner runden Form „Rondi“ genannt wird, geht es weiter in den 12er Hof. Ein Jugendlicher winkt. „Hallo, Hassan“, grüßt Herr Werner zurück. Dem Pensionisten ist der Umgang mit jungen Menschen wichtig, um selber auch jung zu bleiben. Dabei hilft er wo er kann „Ich schreibe jetzt einen Lebenslauf und ein Bewerbungsschreiben für einen Buben, der bei einer großen internationalen Baufirma anfangen will, als technischer Zeichner.“

Der Wildgans-Hof ist für mich zu einer zweiten Heimat geworden. Es ist ja wie ein kleines Dorf hier!

Weiter geht der Rundgang ins Viereck des Gemeindebaus. Herr Werner erzählt mit welchen Anliegen die MieterInnen zu ihm kommen. „Wenn der Türstopper kaputt ist, wen glauben sie rufen sie an? Die rufen mich an und ich melde es dann an Wiener Wohnen weiter!“.

Das Ende des Rundgangs ist im 17er Hof.  Dort ist Herr M.´s Lieblingsplatz, eine Parkbank. Auf dem Weg dorthin winkt eine ältere Dame aus einer Wohnung im Erdgeschoß: „Das ist die Frau Maria, die ist auch schon über 80!“, so Herr Werner. Nach einem kurzen Plauscherl schließt die Pensionistin ihr Fenster wieder und er setzt sich auf sein Bankerl. Von dort hat er einen guten Überblick über den ganzen Hof, dabei schaut er ob alles paßt, und wenn dem so ist, hat er auch mal Zeit seine Seele baumeln zu lassen.

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