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Im Zeitalter der Extreme

Der Künstler Otto Rudolf Schatz, der von 1900 bis 1961 in Wien lebte, ist vor allem für seine Mosaike und Sgraffitos bekannt. Eines seiner bekanntesten Werke „100.000 neue Gemeindewohnungen“, schmückt die Außenwand des Franz-Novy-Hofes in Ottakring. Nun widmet ihm und seinem Kollegen das Wien Museum die Ausstellung „O.R. Schatz & Carry Hauser – Im Zeitalter der Extreme“, die von 28. Jänner bis 16. Mai jeden Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr zu sehen ist.

Das Wien Museum verfügt über die größte öffentliche Sammlung von Werken beider Künstler. In der Ausstellung werden sie durch zahlreiche Leihgaben ergänzt (u.a. vom Leopold Museum oder dem Belvedere). Insgesamt werden rund 300 Werke ausgestellt, darunter auch Raritäten wie die eigenhändig gefertigten Künstlerbücher und bislang unbekannte Entwürfe zur Kunst am Bau. Die Ausstellung wurde von Robert Rüf kuratiert.

Beide Künstler stammen aus bürgerlichen Verhältnissen und beide studierten an der k.k. Kunstgewerbeschule. Ihre künstlerischen Anfänge fanden im Schatten der Ereignisse des 1. Weltkrieges statt. In Arthur Rössler, einer der einflussreichsten Gestalten der Wiener Kunstszene der Nachkriegsjahre fanden Otto Rudolf Schatz und Carry Hauser ihren größten Förderer.

Während Hauser von den sozialkritischen Expressionisten George Grosz und Otto Dix inspiriert wurde, prägten Schatz die Stadtansichten eines Egon Schiele. Die Gemeinsamkeit in den frühen Werken der beiden ist die Überzeichnung der Menschenbilder als Ausdruck innerer Emotionen.

Nach der Machtübernahme der Nazis wurden beide verfolgt und flohen ins Exil. Schatz kehrte 1945 und Hauser 1947 nach Wien zurück. Die Auftragslage für Künstler war zu dieser Zeit katastrophal. Ab den späten 40er Jahren kam es für beide mit Hilfe des kommunistischen Kulturstadtrates Viktor Matejka zu neuen Aufträgen an den neu entstandenen kommunalen Wohnbauten.

Die prominentesten Beispiele lieferten sie in ihren bekanntesten und größten Wandbildern: Hausers „Die Befreiung Österreichs 1945-1955“ in der Simonygasse im 18. Bezirk sowie „100.000 neue Gemeindewohnungen“ in der Pfenniggeldgasse in Ottakring von Schatz.

Wien Museum

1040 Wien, Karlsplatz 8
T: +43 (0)1 505 87 47
F: +43 (0)1 505 87 47 7201
E: office@wienmuseum.at
Eintrittspreise

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