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Blumen aus dem Gemeindebau

Das Geschäft „Blumen Rabenhof“ ist seit 40 Jahren im gleichnamigen Gemeindebau angesiedelt. Vor zehn Jahren hat Renate Gattringer den Laden von ihren Eltern übernommen. Wir haben ihr und ihren Pflanzen einen Besuch abgestattet.

Der Arbeitstag von Frau Gattringer beginnt früh: Um 6.00 Uhr fährt sie mit ihrem Auto auf den Großgrünmarkt an den Stadtrand und kauft frische Blumen. Um 8.00 dreht sich der Schlüssel im Schloss in der Rabengasse 2 um und die Tür öffnet sich für die Kundschaft.

Auf ca. 30 m2 duftet es u.a. nach Rosen und Gladiolen. Bunte Sträuße stehen vor drei Reihen von Vasen, die u.a. frische Gerberas, Lisiantheen, die unterschiedlichsten Nelkenarten und Sonnenblumen beherbergen. In der Auslage gegenüber reihen sich Töpfe mit Kakteen, Orchideen und Hängepflanzen aneinander.

„Von der Taufe bis zur Bahre“, so die Inhaberin, bekommen Kundinnen und Kunden hier jeden Strauß, jedes Gesteck und jede Blume angeboten. Und auch die Kundschaft ist wie die Pflanzen von Frau Gattringer bunt gemischt. Heute kauft Frau Mustafa aus der Hagenmüllergasse einen Blumenstrauß, ebenso wie Frau Suni, die sich zum Geburtstag ihrer Schwester für eine Glockenblume entschieden hat.

Frau Gattringer kennt im Rabenhof jeder und so kommen viele Menschen tagtäglich bei ihr im Geschäft vorbei: „Viele Leute sind alt und gebrechlich, die stellen Fragen oder brauchen etwas. Ich ruf dann für die Leute an oder frage die Hausbesorgerin...Das hat mir auch den Spitznamen „Mutter Theresa vom Rabenhof“ eingebracht!“

Zwischendurch kommt der Postler, „Herr Günther“, herein und bringt für drei Rabenhofmieter Packerl. „Das ist ein spezielles Service, damit die Herrschaften nicht auf die Post gehen müssen“, weiß der „Urwiener“. Er kennt wie Frau Gattringer das Grätzel und den Rabenhof, wie seine Westentasche. Denn er trägt seit 1978 hier Briefe und Pakete aus. Nach einem kurzen Plauscherl, muss er schon wieder weiter.

Bevor sich der Tag zu Ende neigt kommt der junge Herr Roland, ein Mieter aus dem Rabenhof vorbei und kauft Blumen für seine Freundin, einen bunten Strauß. Um Blumen zu schenken, braucht er keinen Anlaß, denn er weiß „Welche Frau freut sich nicht über schöne Blumen?“.

Wenn der Ehemann von Frau Gattringer für seine Frau Blumen kauft, dann ihre Lieblingsblumen, Sonnenblumen oder gelbe Rosen, aber nicht im Rabenhof, denn er will sie ja überraschen.

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