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Ein Hauch von großem Kino

Es wuselten die Menschen an einem heißen Dienstag im Sommer vor dem ältesten Gemeindebau Wiens, dem Metzleinstalerhof. Ein Pferdegespann wird in Stellung gebracht, Oldtimer säumen die Gehsteige und zahlreiche Schaulustige strömen herbei. Stative werden aufgebaut, die Kameras fixiert und der Aufnahmeleiter ruft: „Bitte Ruhe, wir drehen!“. Unter der Regie von Wolfgang Murnberger, der unter anderem für die Verfilmungen der „Brenner“-Romane von Wolf Haas mit Josef Hader bekannt wurde, findet heute der dritte Drehtag für den Kinofilm „Kästner und der kleine Dienstag“statt. Eine besondere Herausforderung ist, wie bei vielen historischen Filmen, dass man „mit der Kamera nicht zu weit nach links oder nach rechts schwenken darf, weil dauernd Dinge ins Bild kommen, die es damals noch nicht gab“, weiß der Regisseur. Mit Tricks wie dem Überdecken der Fenster und mit der Installation von alten Klingelknöpfen wurde aus dem Metzleinstalerhof das Berliner Wohnhaus von Erich Kästner aus den 1920er Jahren gezaubert.

Florian David Fitz verkörpert den Schriftsteller, der in der Außenszene mit seinem größten Fan, dem „kleinen Dienstag“, den Nico Kleemann darstellt, einen Dialog führt. Die Szene spielt im Winter, was den Dreh bei einer Außentemperatur von 36° C für die Darsteller mit dicken Jacken und langen Hosen nicht gerade leicht macht. Nach nur vier Takes ist die Szene im Kasten.

Die 1920er zum Greifen nah

Dann geht es weiter in die Wohnung, die in liebevoller Kleinarbeit mit vielen Exponaten, wie einem antiken Telefon aus den 1920er Jahren, ausgestattet wurde, bevor es bei Einbruch der Dunkelheit erneut zu einem Außendreh kommt. So gegen 22.30 Uhr wird es allmählich wieder ruhig rund um den Metzleintalerhof, aber nur, bis es am nächsten Tag in der Früh wieder heißt „Bitte Ruhe, wir drehen!“.

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