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Jeder will der Erste sein!

Darf´s eine Autorennbahn mit allem Drum und Dran sein? Oder ein spezielles Ersatzteil für den Lamborghini? Ein Gemeindebau in Ottakring ist ein Geheimtipp für Slotcar-Fans.

Wenn man die Feßtgasse zur Ottakringer Brauerei hinunterspaziert, liegt rechter Hand ein Gemeindebau. Das Erste, was einem hier ins Auge sticht, ist die mit Schachteln vollgerammelte Auslage. Die Kartons sind mit bunten Autos bedruckt, über der Tür thront in grünen Lettern der Schriftzug „Pumpkin Models“. Öffnet man die Glastür, säumen zwei Meter hohe Regale, die mit Ferraris, Mercedes, BMWs und anderen Modellen vollgestopft sind, den Weg zur Kasse. Hinter dieser steht seit 2001 Ursula Schindl, die gemeinsam mit ihrem Mann Peter den Shop betreut.

Eine Fundgrube für SpezialistInnen

Die Tür geht auf. Ein Glatzkopf betritt den Laden. „Bitteschön, wie kann ich helfen?“, fragt die aufmerksame Verkäuferin. „Wo san denn die Carrera-Autos?“, ertönt es mit Tiroler Akzent. „Glei da furn“, entgegnet Frau Schindl im urigsten Wienerisch. Sie ist, wie ihr Laden, ein echtes Original, wie man es heute in der Stadt nur mehr selten findet. Deshalb kommen die KundInnen auch von weit her, um hier ihre Schienen, Modellautos oder Ersatzteile zu kaufen. So wie Markus Scheiber – der Innsbrucker kauft sich heute aus der GT-Klasse einen Mercedes, einen Lamborghini und einen Ferrari. Die Autos kosten zwischen 70 und 120 Euro, je nach Hersteller und Modell.

Ich gehe gerne ins Geschäft und komme auch gerne ins Gespräch mit den Kundinnen und Kunden. - Ursula Schindl

„Die Firma Pumpkin ist heute noch eines der wenigen Geschäfte, bei dem man die einzelnen Teile im Shop bekommt“, so der Stammkunde Michael Liebe, der seine Slotcars selbst baut und hier immer fündig wird. „Ich baue gerade ein Auto und brauche jetzt Lacke für ein ASC-Auto, einen Porsche 917“, so der modellbauende Werber, der schon seit Jahren hierher kommt.

Gustostückerln aus der Vitrine

Er ist nicht der Einzige: Motorbegeisterte aus Dänemark, Argentinien oder Ungarn suchen hier seltene Autos, wie etwa ein Modell des Lotus von Jochen Rind, in dem er 1970 sein letztes Formel-1-Rennen in Hockenheim gewonnen hat.

Oder die Modelle der Autos von Gilles Villeneuve und René Arnoux, die sich 1979 beim GP in Frankreich ein ganzes Rennen lang ein Rad-an-Rad-Duell lieferten. Autos wie diese sind sehr teuer, da weltweit nur 400 Stück produziert wurden; sie stehen sicher in einer Vitrine. Diese wird heute um 18 Uhr versperrt.

Die Löcher, die durch die Verkäufe in den Regalen entstanden sind, werden bei Einbruch der Dunkelheit wieder mit Schachteln gestopft. „Da rote La Ferrari, da rote Audi, da neiche, da 770er, die gölbe Corvette und bitte stell den Porsche da no eini“, sagt Frau Schindl zu ihrer Mitarbeiterin Katharina. Sind die Autos verstaut, wird das
Licht abgedreht und die Tür versperrt, bevor Frau Schindl morgen in der Früh wieder den Schlüssel umdreht, um hier im Gemeindebau Träume wahr werden zu lassen.

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