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Der Rock’n’Roll- Quereinsteiger

Von einem, der auszog, im Paul-Speiser-Hof E-Gitarren zu bauen.

"Auf den müsst’s woartn, des is a Künstler, der Reinhard, da muaßt die akademische Viertelstund einrechnen!“, sagt ein Mann frech, als wir vor dem Eingang von „Reinhards Gitarren“ im Paul-Speiser-Hof in Floridsdorf stehen. Fünf Minuten später kommt ein 1,97 Meter großer Mann mit Brille, grauem Rossschwanz und karierten Boxershorts auf einem Fahrrad angefahren, steigt ab und streckt uns seine Hand entgegen: „Griaß eich, i bin der Reinhard!“ Dann steckt er den Schlüssel ins Schloss, betritt sein Geschäftslokal und beginnt zu erzählen.

Erste Schritte

In seiner Jugend wohnte Reinhard Blumberger „da vorne“ in Floridsdorf. Seine Mutter trieb ihn in der Mittelschule zur Gitarrenlehrerin. Aber er spielte lieber Fußball als Gitarre. Erst in der Pubertät, als sich die Mädchen für Gitarrenspieler zu interessieren begannen, zupfte auch Reinhard wieder die Saiten. Seine erste E-Gitarre war eine „Ibanez SG“, die er sich als 15-Jähriger kaufte. Mit 16 Jahren keimte das erste Mal die Idee auf, eine Kunststoffgitarre zu bauen, wie sie Keith Richards von den „Stones“ hatte. „Der Brandl Christian von Chuzpe (Anmerkung: Wiener New Wave Band aus den 1980er Jahren)  ist in der Schule neben mir gesessen und dann haben wir immer gejammt. Der hat sich aus Sperrholz damals schon Gitarrenformen ausgeschnitten“, erinnert sich der begeisterte Rock´n´Roller.

„ Wauns ma ned besonders guat geht, hol i mei Klampfen raus und spü’ – dann is des wie weggeblasen

Zwischenstation: Handball

Seine Liebe zur Rock-Musik bekam er von seiner Mutter mit: „Sie hat immer nach Singles gestierlt, aber leider nur Schlager gehört. Einmal hat sie einen deutschen Verschnitt von Chuck Berrys ,Memphis, Tennessee‘ nach Hause gebracht und ab dem Zeitpunkt war es aus bei mir.“ Nach seiner Schulzeit studierte Reinhard erfolglos Forstwirtschaft. Seine gesamte Freizeit investierte er in seine zweite Leidenschaft, den Handballsport. Nach der Trainer-Ausbildung war er unter anderem als Nachwuchstrainer und Coach beim Verein „Fivers“ in Margareten tätig.

Alte Liebe

Nach seiner Karriere als Handballtrainer kam die Liebe zur Gitarre wieder in Reinhards Bewusstsein. Er graste alle Gitarrengeschäft in Wien ab, bis er bei „Neubauer Guitars“ in Penzing als Quereinsteiger den Gitarrenbau lernen konnte. Seit 2007 hat er seine eigene Werkstatt in Floridsdorf – in seinem Grätzl, im Paul-Speiser-Hof.

„Wenn nix scheppert und oktavenmäßig alles stimmt“, dann kommt das Instrument zur Kundin bzw. zum Kunden. Die spielen dann entweder wie Reinhard daheim oder
wie Mira Lu Kovacs, Sängerin von „Schmieds Puls“, mit Reinhards Gitarren auf den Bühnen dieser Welt.

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