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Ein Wolf im Thuryhof

Er hat dem bekanntesten Schäferhund der heimischen TV-Landschaft fünf Jahre lang Wurstsemmeln zugeworfen. Heute hilft er Ursula Strauss regelmäßig aus der Patsche.

Wolf Bachofner wohnt heute in Hannover. In Wien ist er nur mehr, wenn er neue Folgen der Krimiserie „Schnell ermittelt“ abdreht oder mit seiner Schauspielkollegin Katharina Strasser Wiener Lieder singt. Aufgewachsen ist der Publikumsliebling aber in einem Gemeindebau im 9. Bezirk in der Marktgasse. Genauer gesagt im Thuryhof. Dort übernachtet er noch heute, wenn er in Wien ist und seinen Eltern einen Besuch abstattet.

Die im Dachgeschoss gelegene Gemeindewohnung ist hell. Im kleinen Vorraum stehen Schuhe, darüber ragt eine kleine Garderobe und links von der Eingangstür steht ein Festnetztelefon. Geht man ein paar Schritte weiter, eröffnet sich ein großer Wohnraum mit einer Kochnische und einem kleinen Arbeitsplatz, an dem Wolf Bachmayers Mutter, eine Grafikerin, daheim ihre Skizzen und Layouts bearbeitete. Am großen Holztisch in der Mitte des Zimmers sitzt Wolf Bachofner.

Ich werde Schauspieler oder ich werde Sandler, so Wolf Bachofner als Schüler.

Er sieht sich alte Familienalben an und erinnert sich an seine Schulzeit. Guter Schüler war er keiner. Denn seine Interessen lagen woanders. Seine erste Rolle spielte er als Teenager im Freifach Bühnenspiel im Gymnasium Wasagasse im Stück „Der Barometermacher auf der Zauberinsel“ von Ferdinand Raimund. Er mimte Tutu, den Beherrscher der Zauberinsel. „Ich habe furchtbares Lampenfieber gehabt und musste da den ruhigen Herrscher spielen. In der Pause habe ich eine Schulfreundin gefragt wie es war und sie hat gesagt...Ich war ganz ruhig...und es ist heute noch so ich bin sehr aufgeregt, kann aber die Aufregung sehr gut verbergen.“ Es folgten Rollen an Bühnen in Neulengbach, am Landestheater Linz, in Klagenfurt, Wien, Frankfurt oder Hamburg.  

TV-Liebling aus „Kommissar Rex“ und „Schnell ermittelt“

Von 1994 bis 1999 war er an der Seite von Tobias Moretti in Kommissar Rex als Kriminalinspektor Peter Höllerer im Fernsehen zu sehen. Seit 2009 spielt er an der Seite von Ursula Strauss in der Krimiserie „Schnell ermittelt“ Chefinspektor Franitschek, der mit viel Humor und Einfühlungsvermögen zahlreiche Verbrechen aufklärt.

„Manchmal rufen mich Bekannte aus dem Gemeindebau an, der einen Stock unter mir wohnt und dann geh ma auf a Bier in a Beisl da ums Eck!“ Berührungsängste hat der Schauspieler keine, egal ob er sich mit Gemeindebaubewohnern auf ein Bier trifft oder mit Kindern im Fussball-Käfig ballestert. „Als Kind war mein Spitzname Blausiegel, weil ich beim Kicken immer blau angezogen war!“, so der Schauspieler. „Ich habe mir um 99 Schilling einen Lederball damals gekauft und dann haben sie mich ins Tor gestellt und mitspielen lassen.“ Heute sind die Schauspiel-Kolleginnen und - Kollegen froh, wenn Wolf Bachofner mitspielt, weil dann wissen sie, dass sie einen ruhigen, verlässlichen und standhaften Mimen an ihrer Seite haben.

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